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„Zukunft der Rente?“ 
Landesdelegiertenversammlung des ACA-Rheinland-Pfalz
 

Mainz (17.03.2018)  Zu ihrer Jahreshauptversammlung trafen sich die Delegierten der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Arbeitnehmerorganisationen (ACA) in Rheinland-Pfalz, bestehend aus den Diözesanverbänden von Katholischer Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und Kolpingwerk der Bistümer Limburg, Mainz, Trier und Speyer, im Mainzer Kolpinghaus. 25 Delegierte und Gäste konnte der Landesvorsitzende Martin Plail, Bitburg, begrüßen.

 
Referent des Studienteils war der Vorsitzende der ACA, Bayern Dieter Wagner, Schweinfurt, seitens der KAB einer der Mitentwickler des Rentenmodells der Katholischen Verbände. Der Referent zeigte auf, dass immer weniger Arbeitnehmer*innen in der Lage sind, eine existenzsichernde Alterssicherung aufzubauen, die im Alter zum menschenwürdigen Leben reicht. Prekäre Arbeitsverhältnisse, schlecht bezahlte Arbeit und unterbrochene Erwerbsbiografien sorgen dafür, dass immer weniger Arbeitnehmer*innen in der Lage sind, eine existenzsichernde Alterssicherung aufzubauen. Mit niedrigen Löhne, wie z. B. dem Mindestlohn könne allenfalls eine gesetzliche Rente in Höhe der Mindestsicherung erreicht werden. Hinzu komme noch die beabsichtigte Absenkung des Rentenniveaus.  
Für eine den Lebensunterhalt sichernde Rente im Alter brauche es wirkliche Reform der gesetzlichen Rentenversicherung nicht ein Drehen an den verschiedenen Stellschrauben, so Wagner. 

Deshalb hätten die Katholischen Verbände ein Rentenmodell in die gesellschaftliche Diskussion eingebracht, welches durch die Einführung einer Sockelrente in Höhe der Grundsicherung drohende Altersarmut verhindere. Die Sockelrente, so das Rentenmodell, ergänze die bisherigen Säulen der Alterssicherung. Ihre Finanzierung soll über das zu versteuernde Einkommen von allen Bürgerinnen und Bürgern und – wie bisher- einen ergänzenden Bundeszuschuss erfolgen. Ferner sehe das Modell eine besondere Alterssicherung von Frauen vor u.a. durch bessere Anerkennung von Erziehung- und Pflegezeiten.  Ein besonderer Vorteil dieses Modells wäre, so der Referent, dass die Ansprüche daraus rechtsverbindlich erworben würden und die Empfänger diese ohne Bedarfsprüfung bekämen. Dieter Wagner warb dafür, dieses Modell mit den Verantwortlichen in der Politik zu diskutieren. Zur Umsetzung sei ein politischer Druck von unten notwendig um Handlungsbedarf zu erzeugen. (Das Rentenmodell als Vortrag und Broschüre zum Herunterladen: http://aca-rheinland-pfalz.de/data/documents/Broschuere-Rentenmodell-2017-1.pdf )
 
Das positive Wahlergebnis bei den Sozialwahlen 2017 stellte Martin Plail in den Mittelpunkt seines Jahresberichtes. Die Wahlwerbung in den Mitgliedsverbänden hätten mit dazu beigetragen bei den   bundesunmittelbaren Sozialversicherungsträge, wie der Deutschen Rentenversicherung Bund, der BARMER und der DAK vertreten sei. Erfreulich sei, dass der ACA Bundesverband 30 zusätzliche Versichertenvertreter benennen konnte. Ein herzliches Dankschön richtete der Landesvorsitzende an die fast 100 Mandatsträger in den verschiedenen Bereichen der sozialen Selbstverwaltung: in den Verwaltungsräten der DRV-Rheinland-Pfalz, der AOK-Rheinland-Pfalz-Saarland, den Widerspruchsausschüssen und auch als ehrenamtlichen Richter bei den Sozial- und Arbeitsgerichten.
 
Bei den Neuwahlen zum Landesvorstand wurde Martin Plail in seinem Amt als Landesvorsitzender bestätigt. Für Michael Kercher (KAB-SP, langjähriger stellvertretender Landesvorsitzender, wurde Roland Reinig, Speyer gewählt. Als weitere Stellvertreter gehören Thomas Bettinger (Kolping, Speyer)  und Clemens Henzler (Kolping, Limburg)  weiterhin dem Vorstand an.
 
Text: Michael Kercher
Fotos: Martin Mohr