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„Sozial gerecht – was steht mir zu?“

Kolping und KAB erläuterten ihr Engagement in der Sozialen Selbstverwaltung 

Limburg. Im kommenden Jahr finden wieder Sozialwahlen statt und für viele Versicherte, ob Arbeitnehmer/innen oder ob Rentner/innen, stellen sich Fragen, beispielsweise was genau gewählt werden soll, warum man wählen gehen soll oder was man mit seiner Stimme bewirken kannAufschluss, Motivierung und interessante Erkenntnisse brachte ein öffentlicher Informations- und Diskussionsabend vor wenigen Tagen im Kolpinghaus Limburg, den die beiden starken christlichen Sozialverbände Kolping und Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) durchführten. Unter den zahlreichen Gästen war unter anderem die Präsidentin der Diözesanversammlung des Bistums Limburg, Frau Ingeborg Schillai.

In der Selbstverwaltung der Deutschen Rentenversicherung (DRV), der gesetzlichen Krankenkassen und der Berufsgenossenschaften sind Laien aus den Kirchen aktiv und üben aus christlicher Überzeugung Dienste und Werke der Barmherzigkeit aus. Sie sind in den katholischen Sozialverbänden Kolping und KAB aktiv und dadurch vereint in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Arbeitnehmerorganisationen (ACA). (Infos im Internet unter www.aca-online.de) organisiert. „Wenn wir aber den Leuten erklären, dass wir ‚Mandatsträger in der Sozialen Selbstverwaltung‘ haben, dann lockt das meistens keinen hinter dem Ofen vor“, sagt Dr. Gabriele Nick, Geschäftsführerin des Kolpingwerks im Bistum Limburg sowie der ACA Hessen „solche Schilderungen und Bezeichnungen sind für Viele einfach zu abstrakt“, so Nick.

„Daher haben wir zu dieser Veranstaltung ehrenamtlich Engagierte in der ACA-Arbeit eingeladen, sodass sie ganz bodenständig und konkret über ihre Arbeit berichten und mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen konnten“, führt Martin Mohr, Diözesansekretär der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), Diözesanverband Limburg und Geschäftsführer der ACA Rheinland-Pfalz aus.

Als renommierten Referent des Abends konnten die Veranstalter den Bundesvorsitzenden der ACA Deutschlands, Hannes Kreller (KAB Deutschlands/München) gewinnen. Aus seiner langjährigen Erfahrung im Bereich der Sozialen Selbstverwaltung und der ACA-Arbeit heraus vermittelte er den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Abends mit einer Präsentation den geschichtlichen Ursprung und die Entwicklung der Sozialen Selbstverwaltung und der ACA-Arbeit, deren unverzichtbaren und tragenden Bedeutung für den heutigen Sozialstaat und den sozialen Sicherungssystemen und die Funktion und Arbeitsweise der entsprechenden Gremien, Mandaten und Verantwortungsbereichen. „Soziale Selbstverwaltung ist gelebte Demokratie, ihr Markenzeichen ist die freie, selbständige Verwaltung durch die Versicherten“, so Kreller in seinem Referat und weiter, „sie sichert die Unabhängigkeit gegenüber   Foto: Hannes Kreller, Bundesvorsitzender der ACA             der Politik und sie stärkt die Sozialpartnerschaft von Arbeitnehmern und Arbeitgebern“. Das Selbstverständnis der ACA sei, dass der Mensch steht im Mittelpunkt stehe und von ihr menschenwürdige Arbeit wird eingefordert werde. Durch die Arbeit der ACA würden Bürgerbeteiligung und Mitbestimmung konkret. Und dadurch, dass bundesweit auch die evangelischen Arbeitnehmerbewegungen Mitglied der ACA sind, werde seit ihrer Gründung im Jahr 1907 bereits ganz praktische Ökumene in der ACA gelebt.

In Arbeitsgruppen konnten anschließend sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Clemens Velten, einem Versichertenberater der DRV, mit Ellen Aumüller, einer ehrenamtlichen Richterin am Sozialgericht, mit Hans-Peter Gerhards, Mitglied des Widerspruchsausschusses der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland im Medizinischen Dienst, mit Daniel Schilling, Beauftragter für den Verwaltungsrat der IKK Südwest, und mit Richard Feichtner, Mitglied in der Vertreterversammlung der DRV Rheinland-Pfalz diskutieren und sich von ihnen erklären lassen, was sie genau tun.

Für den Versichertenberater ist es ganz wichtig, Versicherten (Arbeitnehmer/innen und Rentner/innen) zu ihrer ihr zustehenden Altersrente in voller Höhe zu verhelfen, zu berechnen, mit welchen Abschlägen und wann man ggfs in Rente gehen kann, entsprechende Rentenanträge mit ihnen zu erstellen und einzureichen, ob es Anspruch auf Mütterrente gibt oder welche zusätzliche Vorsorge sinnvoll ist und auch dafür Sorge zu tragen, dass Rehabilitationsleitungen gewährt werden. Als ehrenamtliche Richterin sitzt man bei Verhandlungen mit dem hauptamtlichen Richter/ der hauptamtlichen Richterin zusammen und trägt maßgeblich zu gerechten Urteilen bei , etwa wenn es bei Rentner*innen um die Anerkennung ihrer Ansprüche nach einem langen Erwerbsleben geht, bei Patient*innen um die ihnen        Foto: Ingeborg Schillai, Präsidentin der Synodalversammlung des Bistums Limburg     zustehenden Leistungen zur Genesung und Rehabilitation oder bei Pflegebedürftige um die richtige Einordnung in eine Pflegekasse. Im Widerspruchsausschuss einer gesetzlichen Krankenkasse geht es darum, sich für Mitglieder, die von der Kasse nicht die erwartenden Leistungen erhalten und sich ungerecht behandelt fühlen, einzusetzen. Strittige Entscheidungen werden nochmals überprüft und gegebenenfalls abgeändert. Im Verwaltungsrat einer Krankenkasse nimmt man Einfluss auf wesentliche Entscheidungen der Krankenkasse (Haushalt, Vorstand). Ferner geht es darum, den Vorstand und die Arbeit der Kassenorganisation kritisch zu begleiten und auch zu kontrollieren, was mit den Beiträgen der Versicherten gemacht wird. Ähnliche Aufgabe und Zuständigkeiten haben die ACA-Mandatsträger/innen in der Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung.

Mit einer Präsentation der Erkenntnisse und Erfahrungen aus den Arbeitsgruppen und einer Diskussions- und Fragerunde endete dieser reichhaltige Abend, an dem viele Teilnehmer/innen mit vielen Impulsen nach Hause gingen. Weitere Informationen zum Thema: www.aca-online.de

20.6.2016

Martin Mohr,

Diözesansekretär der KAB Limburg

Weitere Informationen beim Kolping Diözesanverband Limburg unter der Telefonnummer 069/ 29906801 und im Internet unterwww.kolpingwerk-limburg.de sowie beim KAB Diözesanverband Limburg unter der Telefonnummer 06431/ 295567 und im Internet unterwww.kab-limburg.de .

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